So funktioniert ein Cochlea-Implantat

So funktioniert ein Cochlea-Implantat

Ein Cochlea-Implantat ist ein medizinisches Gerät, das vielen Menschen mit Hörverlust ermöglicht wieder besser zu hören. Kinder, die niemals einen Ton gehört haben, können zum allerersten Mal erleben wie es ist zu hören. Sehen Sie in diesen Videos, wie Cochlea-Implantate das Hörvermögen wieder herstellen.

Cochlea-Implantat Gebärdensprache

So funktioniert ein Cochlea-Implantat

CI-Zielpyramide

CI-Zielpyramide

Meine Erfahrungen

  • Das Hören mit einem CI ist völlig anders als mit einem Hörgerät und kann mit einem intakten Gehör nicht verglichen werden
  • Das Hören mit dem CI muss gelernt werden. Das braucht viel Zeit und Geduld
  • Zeitlich geht es um Monate und Jahre, nicht um Tage und Wochen
  • Nach der Erstanpassung werden Sie noch nichts verstehen
  • Setzen Sie sich realistische Ziele
  • Zuversicht und Hoffnung ist erlaubt und wichtig
  •  Rückschläge gehören dazu – geben Sie nie auf!

© Dominic Holenstein 2015

Die Hörpyramide - Teil 1

  • Sie basiert auf meinen Erfahrungen (Dominik Holenstein)
  • Von unten nach oben steigert sich der Schwierigkeitsgrad bzw. ich brauchte mehr Zeit für die Ziele weiter oben

Beispiel

  • Telefonieren und Musikhören kann ich wieder. Allerdings muss ich immer noch viel üben und brauche Geduld, denn gerade das Telefonieren ist für mich eine sehr grosse Herausforderung
  • Nehmen Sie die Hörpyramide als Richtlinie und nicht als absolute Vorgabe, denn jede Person mit einem CI hört anders
  • Ihre Hörpyramide wird sicher anders aussehen. Passen Sie diese Vorlage für Ihre Bedürfnisse ananders

Beispiel

  • Mittlerweile stufe ich das Telefonieren als schwieriger ein als das Musikhören. Das hat sich bei mir im Laufe der Zeit so ergeben
  • Sie können Ihre Hörpyramide ganz anders gestalten, die Ziele anders formulieren und in eine andere Reihenfolge setzen

Die Hörpyramide - Teil 2

  • Der Schwierigkeitsgrad steigert sich von unten nach oben
  • Die Zeit wird von unten nach oben immer länger
    • Für das Unterscheiden von Geräuschen brauchte ich zwei bis drei Monate
    • Das Radio (Echo der Zeit) verstand ich nach sechs Monaten recht gut
    • Musik wirklich geniessen beginne ich jetzt, zwei Jahre nach der ersten Implantation rechts
    • Wichtig: Das sind meine Erfahrungen. Bei Ihnen wird das wieder anders sein. Lassen Sie sich nicht entmutigen!

Tipps

  • Setzen Sie sich so vielen unterschiedlichen Hörsituationen aus wie möglich
  • Schliessen Sie einfach mal die Tür. Wie klingt das?
    • Stellen Sie ein Glas auf den Tisch
    • Üben Sie so die einzelnen Geräusche

  • Hören Sie Radio, beginnen Sie mit den Nachrichten oder dem Echo der Zeit, oder einfach mit dem Sender, den Sie gut kennen
  • Schauen Sie die Tagesschau am TV mit Untertitel, später mal ohne

  • Hören Sie Hörbücher, zuerst von Büchern, die Sie kennen
    • Lesen Sie eine Seite im Buch
    • Danach hören Sie die gleiche Stelle mit dem Hörbuch usw.

  • Reden Sie mit möglichst vielen Menschen. Die unterschiedlichen Stimmen trainieren Ihr Gehör
  • Hören Sie Musik die Sie gut kennen
  • Informieren Sie sich über Hilfsmittel für das Telefonieren, TV-sehen usw.

Für das Telefonieren mit einem Hörgerät oder mit dem CI kann ich das iPhone 5 sehr empfehlen. Man kann es so einstellen, dass es mit einem Hörgerät/CI besser klingt. Die Tonqualität ist sehr gut, es hat kein Rauschen oder andere störende Nebengeräusche.

Das Hören mit dem CI ist eine grosse Herausforderung. Um mich an den Klang des CI zu gewöhnen und um Sprache möglichst schnell verstehen zu können, habe ich mir dieses Training zurecht gelegt:

Ich lade Hörbücher auf mein Smartphone. Dabei achte ich darauf, dass es Bücher sind, die ich auch gedruckt zur Verfügung habe. Nun verbinde ich den Soundprozessor mit dem Smartphone (oder einem MP3- oder CD-Player) und starte das Hörbuch und versuche möglichst zu verstehen. Nach etwa 1-2 Minuten stoppe ich das Hörbuch und lese im gedruckten Buch den gehörten Text. Nach dem Lesen höre ich mir die gleiche Stelle nochmals an. Oft verstehe ich dann schon mehr, weil ich jetzt den Text schon etwas kenne. So arbeite ich mich weiter durch das Buch.
Manchmal wähle ich den umgekehrten Weg: Ich lese im Buch eine Seite und höre mir dann den gleichen Text über das Hörbuch an.

Für mich lesen die Schauspieler die Hörbücher oft viel zu schnell. Dann mache ich einfach kleinere Hör- und Leseabschnitte. Mit der Zeit gewöhnt man sich an den Sprecher oder die Sprecherin.

Geben Sie nie auf!

D.H. aus Zürich-Affoltern

Kopfhörer und Musikhören mit CI

Musik höre ich sehr gerne mit Kopfhörern. Ich benutze zwei Modelle von Bose: den QC25 und den SoundLink AE2. Beide Modelle sind sogenannte Over-the-ear Kopfhörer, d.h., sie umschliessen ganz das Ohr. Das ist für CI-Träger sehr wichtig. Zudem haben die Kopfhörer von Bose sehr weiche Polster und man kann die beim Bügel die passende Grösse einstellen. Somit kann man sie auch länger, über mehrere Stunden tragen. Leider sind solche Kopfhörer sehr teuer. Der QC25 kostet ca. Fr. 250.00 und der AE2 ca. Fr. 220.00. Der AE2 hat den Vorteil, dass man ihn auch mit Bluetooth nutzen kann. Neben dem Musikhören benutze ich die Kopfhörer auch zum Telefonieren und an der Arbeit bei Telefonkonferenzen. Die Tonqualität ist wie bei Bose üblich sehr gut. Allerdings ist das auch Geschmackssache. Bei Bose ist der Klang sehr differenziert, genau und wenig basslastig, was für mich genau das Richtige ist. Zudem klingt gesprochene Sprache sehr deutlich. Wer also gerne Rockmusik oder Hip Hop mit viel Bass hören möchte, muss ein anderes Modell nehmen, z.B. Beats von Dre. Andere sehr gute Kopfhörer gibt es auch von Sony oder Senneheiser. Wenn immer möglich soll man die Kopfhörer in einem Geschäft ausgiebig testen. Interessant finde ich, dass ich in Zürich immer mehr Menschen mit  den Bose-Kopfhörern sehe, früher dominierte der Beats von Dre.

Dominik H. aus Affoltern Zürich

Themenbericht einer CI-Patientin

Themenbericht einer CI Patientin

„ Ich hatte Angst vor der OP, aber auf das Cochlea-Implantat möchte ich nicht mehr verzichten.“
Link: Quelle: Themenbericht Universität Zürich